Klimwandel im Garten

Das Klima ändert sich. Eine zeitlang dachte ich noch, dass es sich um einzelne Wetterphänomene handelt. Doch mittlerweile ist der Klimawandel deutlich spürbar und Studien belegen, dass sich die Jahreszeiten verschieben. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie ein Garten für die Zukunft angelegt werden sollte und welche Pflanzen auch in Zukunft klimafit sind.

Die Folgen des Klimawandels im Garten

Trockenheit Boden Klimawandel Garten

Der Klimawandel führt zu ausgetrockneten Böden

Trockenheit und dann wieder heftige Niederschläge. Diese Gegensätze bestimmten diesen Sommer und forderten nicht nur die Landwirtschaft sondern auch die Gartenbesitzer heraus. Durch das veränderte Klima treiben immer mehr Pflanzen nach dem Winter früh und kräftig aus. In manchen Regionen beginnt der Vorfrühling (zeigt sich durch die Blüte des Schneeglöckchens) bis zu zwei Wochen früher. Leider haben sich aber die „Eisheiligen“ oder auch Spätfrost genannt noch nicht an den Klimawandel angepasst. So kommt es bei machen Pflanzen zu erheblichen Zellschäden oder sie sterben sogar ganz ab.

Andererseits hat es auch Vorteile, dass die Vegetationsperiode im Garten länger wird. So ist der Gemüseanbau fast das ganze Jahr möglich und manch frostempfindlichen Exoten können nun auch bei uns dauerhaft im Garten bleiben. Und auch die Gartenplanung muss sich auf neue Bedingungen ausrichten. Mehr Schattenbäume, große Sträucher schaffen ein besseres Kleinklima. Hitzeverträgliche Pflanzen müssen an sonnigen Standorten geplant werden. Auch Starkregenereignisse sollten bei der Neuplanung eines Gartens berücksichtigt werden, eine Sickermulde oder eine flächige Versickerung in einem Steingarten ist da zum Beispiel eine Lösung.

Schädlinge und Stressfaktoren

Klimawandel Schädlinge BuchsbaumzünslerIn den letzten Jahren sind neue Schädlinge in den Garten eingewandert und einige von ihnen haben sich rasant vermehrt. Wer einen Buchsbaum in seinem Garten hat, weiß ein Lied davon zu singen. Raupen wohin das Auge reicht und danach kahlgefressene Buchshecken. Der Buchsbaumzünsler, eingewandert aus Asien, treibt hier sein Unwesen. Durch das veränderte Klima produziert er mittlerweile 3 Generationen in einem Gartenjahr. Das hat zur Folge, dass kaum eine Buchspflanze vom dem Schädling verschont bleibt. Hier hilft nur spritzen mit einem Insektizid wie zum Beispiel Xentari.

Auch die Lieblingspflanze mancher Heckenbesitzer, die Thuje, bleibt nicht von einem Einwanderer aus den Süden verschont. Die Zypressenblattlaus richtet trotz ihrer Größe mit nur ca. 4mm großen Schaden bei Thujen, Scheinzypressen, Bastardzypressen und Monterey-Zypressen an. Bräunliche oder gelbe abgestorbene Nadeln, Honigtaubildung und Pilzbefall sind sichere Zeichen für einen Befall. Je nach Standort können sie Teile oder die ganze Pflanze vernichten.

Ebenfalls öfter anzutreffen im Ziergarten sind Baumwollblattläuse, Mittelmeernelkenwickler und der Dickmaulrüssler. Der Dickmaulrüssler ist nachtaktiv und frisst bevorzugt etwas härtere Blätter wie solche vom Kirschlorbeer, Buchs, Rhododendron. Ganz typisch sind kreisförmige Fraßstellen am Rand des Blattes.

Auch wenn es hart, ist. Wer nicht die ganze Zeit nach Schädlingen Ausschau halten oder spritzen will, sollte manch lieb gewonnene Zierpflanze aus dem Garten verbannen. Eine klimaverträgliche Gartenplanung sieht eine hitzeverträgliche vielfältige Bepflanzung vor, die mit den veränderten Klimabedingungen umgehen kann. Vielleicht ist das auch die Gelegenheit, ein kühlendes Biotop, einen erfrischenden Schwimmteich oder einen bunten Steppengarten anzulegen.

Klimafeste Bäume als Schattenspender

Kastanie Trockenheit KlimawandelIm Sommer werden große Sträucher oder Bäume im Garten immer wichtiger, da sie mit ihrem Schatten für einen Ausgleich in Hitzeperioden sorgen. Nur welche Bäume vertragen dieses Klima noch. Schaut man auf die beliebten Kastanien in Wien, hat man den Eindruck als würde der Herbst schon im Juli beginnen. Braune Blätter oder teilweise schon fast kahle Kronen verdeutlichen den Klimawandel in der Stadt. Viele trockenheitsempfindliche Gehölze haben mit lang anhaltenden Hitzeperioden Stress. Der fehlende Niederschlag im Frühjahr belastet die Pflanzen zusätzlich.

Die Folgen von diesen Stressfaktoren sind kranke und wenig vitale Bäume. Pflanzen aus dem mediterranen Raum gedeihen besser, haben aber mit der Gefahr von alle paar Jahren auftretenden strengen Wintern zu kämpfen. Ausnahmen bilden Stadtgebiete und Gebiete mit Weinbauklima. Hier können mediterrane Arten ohne Bedenken eingesetzt werden, denn es sind kaum Frostschäden zu beachten.

Einige schöne und hitzeresistente Bäume möchte ich euch hier vorstellen:

  • Gleditsia triacanthos Sunburst – Gleditschie
  • Acer cappadocicium – Kolchischer Spitzahorn
  • Ostrya carpinifolia – Hopfenbuche
  • Sophora japonica – Schnurbaum
  • Zelkova serrata – Japanische Zelkove
  • Cetis australis – Zürgelbaum
  • Quercus cerris – Zerr Eiche

Ziergarten mit mediterranen Pflanzen

Wer liebt nicht etwas mediterranem Flair im Garten? Was früher bei uns kaum den Winter überlebt hat, kann nun im Weinbauklima und auf geschützten Standorten durchaus den Ziergarten verschönern. Mit diesem Wandel kommen auch gleich neue Ideen für den Garten in den Sinn. Wie wäre es mit einem mediterranen Garten oder einem südlichen Staudenbeet? Wie ihr einen südlichen Garten anlegt könnt ihr in diesem Blogpost lesen. Teilweise kennen wir diese Pflanzen ja aus dem letzten Urlaub. Ich habe hier aber auch ein paar neue noch unbekannte Zierpflanzen aus dem Süden für euch:

  • Alibzia – Seidenakazie
  • Magnolia grandiflora – immergrüne Magnolie
  • Magnolia wilsonii – duftende Sommermagnolie
  • Osmanthus burkoodii – Duftblüte
  • Poncirus frifoliata – Bitterorange
  • Clematis aramandii – immergrüne Waldrebe
  • Fraxinus ornus – Blumenesche

Neue Exoten im Gemüsegarten

Die Temperaturkurven zeigen es deutlich, die Gartensaison verlängert sich. Wer einen Gemüsegarten hat wird die milden Herbsttage schätzen. Denn die verlängerte Vegetationszeit ermöglichen auch exotische Gemüsesorten bei uns auszureifen. Wenn nicht ein immer öfter auftretender Hagel dazwischen kommt, steht der Ernte von manch wärmeliebendem Gemüse nichts im Wege. Neue Sorten sind zum Beispiel:

  • Andenbeere odr Physalis peruviana (aus Südamerika)
  • Kletternde Wassermelone – Cucumis melo (aus dem Mittelmeerraum)
  • Kiwano – Cucumis metuliferus (aus Afrika)
  • Erdmandel – Cyperus esculentus (aus Spanien)
  • Artischocke – Cynara scolymus (aus dem Mittelmeerraum)

 

Auch wenn wir den Klimawandel nicht mehr stoppen können, sollten wir versuchen diesen zumindest zu bremsen und das Beste daraus machen. Wir stehen mit Rat und Tat zur Verfügung, damit auch in Zukunft das Garteln Spaß macht.

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